Rektor Fischer besucht besetzten Hörsaal der Uni ZH

Pressemitteilung zum Rektorbesuch (20.11.09)

Liebe Medienschaffende,

Rektor Fischer fand sich heute um 18.15 Uhr in der Plenumssitzung des besetzten Hörsaals ein. Der Saal war mit gut 300 Personen gefüllt. Wir lasen ihm folgenden Text vor:

“Lieber Herr Fischer,

am letzten Dienstag beteiligten sich gegen 500 Studierende am Protesttag „education is not for sale!“. Ausgehend von dieser internationalen Protestbewegung hat sich gezeigt, dass auch in Zürich ein Bedürfnis besteht, dem Unmut hinsichtlich der gegenwärtigen bildungspolitischen Entwicklung Luft zu verschaffen. Im Verlauf der Diskussion hat sich gezeigt, dass es nicht möglich ist an einem Abend die Problematik zu erfassen. Es ist Raum und Zeit nötig. So beschloss das Plenum sich spontan für die Besetzung des grössten Hörsaals der Universität Zürich. Ein zentraler offener Ort für die Reflektion über Bildung bestand bis dahin nicht. Viele machten die Faust im Sack und jede und jeder kämpfte als Einzelner mit den Problemen der aktuellen Bildungssituation. Mit der Besetzung wollen wir einen Raum öffnen, wo ein gemeinsamer Protest möglich wird. Hochschulangehörige aus verschiedensten Situationen fanden zusammen und brachten sich ein. Während sich für die StuRa-Wahlen nur sehr wenige interessieren, fand im Rahmen der Besetzung eine aktive Partizipation hunderter Hochschulangehöriger statt. Wir haben uns bisher in Diskussionen, mit diversen Vorträgen, und in Arbeitsgruppen mit verschiedenen Inputs auseinandergesetzt und einigten uns dabei auf folgende Punkte:

-Wir fordern mehr Geld für die Bildung! Die geplanten Einsparungen des Kantons müssen verhindert werden!

-Wir fordern, dass privatwirtschaftliche Interessen keine Macht in der Bildung und öffentlichen Forschung ausüben können!

-Wir fordern die Abschaffung der Anwesenheitspflicht!

-Wir fordern die Abschaffung prekärer Arbeitsverhältnisse an der Universität und überall!

-Wir solidarisieren uns mit allen von der Ökonomisierung und Sparmassnahmen betroffenen Angestellten, Lernenden und Lehrenden!

Diese Forderungen wurden vom Plenum (Entscheidungsinstanz) verabschiedet. Es sind jedoch noch viele Forderungen in Bearbeitung und werden zu gegebener Zeit veröffentlicht.
Wir freuen uns über einen Dialog bezüglich dieser Forderungen und laden Sie deshalb gerne ein, mit uns am Montag um 18 Uhr ein Gespräch zu führen.
Während der nächsten Woche wird weiter in den Arbeitsgruppen diskutiert. Während wir die Diskussionen in den Arbeitsgruppen weiterführen, steht schon folgendes Programm für nächste Woche:
Unter anderen:
Kurt Imhof (Prof. für Soziologe, Zürich)
Franz Schultheiss (Prof. für Soziologie, Universität St. Gallen)
Kurt Wyss (Soziologe, Zürich)

+++

Rektor Fischer wurde darauf das Wort übergeben.

Er freute sich über die Gelegenheit hier zu sprechen und auch darüber, endlich zu wissen was wir wollen.

Er merkte an, dass die studentische Mitarbeit seit 7 Jahren im Unibetrieb verankert sei.

Er nahm zu jedem einzelnen Punkt unserer Forderungen Stellung:

-Er teilt unsere Forderung nach mehr Geld, die Unileitung habe sich dafür eingesetzt. Seit dem Jahr 2000 stehen 25% mehr Unibudget zu Verfügung. „Wir setzen uns weiterhin mit voller Kraft dafür ein, dass die Bildung in diesem Kanton weiterhin vernünftig finanziert ist.“ Der Kanton sollte nur die Mittel ausgeben, die er hat. „Es kommen magerere Jahre. Der Kanton sollte nicht mehr Geld ausgeben, als er hat.“
Er rief uns auf: “Besetzt das Rathaus, ich kann euch die Adresse geben!”

-„Mehr als 90% des Unibudgets sind öffentliche Gelder.“ „Es gibt einige Stiftungsprofessuren“, „Die Privatwirtschaftlichen Interessen an der Uni sind auf jeden Fall kein Problem.“

-Abschaffung der Präsenzpflicht: „Meine Damen und Herren, das ist eine Kleinigkeit.“, „Ich kann mich als Rektor nicht in die einzelnen Fächer einmischen.“, “Wenn das mein einziges Problem wäre, wäre ich ein glücklicher Mann”

-Prekäre Arbeitsverhältnisse: „Diese Forderung ist für mich irrelevant. Und wenn ich sie von irgendwem hören möchte, dann nicht von Studierenden.“, “An der Uni sind ca. 7000 Personen zu fairen und nach kantonalen Richtlinien angestellt.” “Ich habe keinen Einfluss auf die Verhältnisse in Bangladesch”

-”Diese Solidarisierung nehme ich zur Kenntnis, dazu habe ich nichts zu sagen.”

Des Weiteren bekundete er Interesse an einem weiteren Treffen, auch in Diskussionsform: „Ich bin bereit, nochmal mit ihnen zu reden.“

Zudem erklärte er: „Ich erwarte, dass der Lehrbetrieb in diesem Raum in kürzester Zeit wieder aufgenommen werden kann. Ich hoffe, ich habe mich einigermassen klar ausgedrückt.“

+++

Zur Zeit referiert wie geplant Prof. Dr. Alex Demirovic in dem besetzten Hörsaal. Danach wird eine weitere Plenumssitzung stattfinden.

Soweit der Stand der Dinge.

Freundliche Grüsse

Unsere Uni

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