Dada Vermächtnis / Anti-Kunst Dada Legacy / Anti Art

DADA LEGACY / ANTI ART

Lia Perjovschi

Dada Vermächtnis / Anti-Kunst
Dada Legacy / Anti Art

Vernissage Donnerstag 26.08.2010 18:00 – 20:00
Ausstellung 26.08.2010 – 20.02.2011

Lia Perjovschi (*1961 in Sibiu, lebt und arbeitet in Bukarest) wurde vom Cabaret Voltaire beauftragt in ihrer steten Recherchearbeit einen Fokus auf Dada zu setzen, mit der Idee, eine subjektive Dada Map zu erstellen. Aus der Recherche sind 7 Timelines mit gut 100 Diagrammen entstanden.

Die Zusammenarbeit mit Lia Perjovschi startete bereits informell 2006 anlässlich der Ausstellung „Dada East? The Romanians of Cabaret Voltaire“, welche nach seiner Premiere im Cabaret Voltaire in Sibiu, Prag, Stockholm, Warschau und Tourcoing gezeigt wurde. Bei all diesen Ausstellungen war Perjovschi mit dabei und hat einen kleinen Einblick in ihr CAA / CAA (Contemporary Art Archive / Center of Art Analysis) gegeben. So konnte die Diskussion über Jahre weitergeführt werden, bis es zu einem offiziellen Auftrag wurde. Im Februar 2010 wurden Lia Perjovschi und Adrian Notz zur Finissage der Ausstellung „Dada South?“ nach Kapstadt eingeladen. Dieser kurze Aufenthalt und einzelne Besuche von Adrian Notz in Bukarest waren ebenso Teil der Recherche, wie das Senden von Dada Büchern an Perjovschi.

Kunst / Anti-Kunst
Es ist das erste Mal, das Perjovschi sich derart lange und explizit einem Thema widmet. Der Grund, warum sie sich überhaupt darauf einliess, ist, wie sie sagt, dass Dada Ihnen [den Künstlern in Rumänien] eine Identität gibt. Zudem interessiert Perjovschi die Bewegung der Anti-Kunst, welche Hans Richter mit seinem Buch „Dada – Kunst und Antikunst“ 1964 begründet hat und die 2005 in Thomas McEvilley’s Buch „Triumph of Anti Art“ weitergeführt wurde. Richter beschreibt die Aktivitäten von Dada wie folgt: „Was wir suchten, war eine Anti-Kunst, ein neues Denken, ein neues Fühlen, ein neues Wissen: – in einer neuen Freiheit eine neue Kunst!“

7 Timelines
Aus der Recherche sind bis heute 7 Timelines entstanden, von denen 5 als Leporellos gezeigt werden. Eine 29 seitige Timeline gibt eine Übersicht über allgemeine Kultur, die vor 4 Millionen Jahre in der Steinzeit beginnt und vorläufig 2025 im Informationszeitalter endet. Auf 25 Seiten versucht Perjovschi Dada zu begreifen und geht dort der Zeitachse von Leah Dickermann nach, welche im Buch „ Dada: Zurich, Berlin, Hannover, Cologne, New York, Paris“ zur Dada Ausstellung im Museum of Modern Art in New York erschienen ist. In einer Timeline von 7 Seiten setzt sie den Dada Moment in Rumänien in einen historischen Kontext und erweitert so die Dada East Frage. Ähnliches macht sie auch in einer 9 seitigen Timeline, in der sie das Dada Vermächtnis der Antikunst in einen grösseren historischen Kontext stellt. Eine Doppelseite dokumentiert den kurzen Aufenthalt anlässlich Dada South in Kapstadt. 1990 fing Perjovschi innerhalb ihres CAA / CAA damit an eine eigene, subjektive Kunstgeschichte zu schreiben, welche ständig neu bearbeitet wird. Der aktuellste Stand wird in einer Timeline mit 115 Seiten in der Ausstellung präsentiert. In der eben jüngsten Timeline beschäftigt sich Perjovschi mit McEvilleys Buch und erarbeitet die Antikunst als kognitives und ethisches Muster.

Kontingenz von Verstehen und Nicht-Verstehen
Viele der Diagramme sind nur sehr schwer entzifferbar, da sie mehr im Sinne von persönlichen Notizen gemacht wurden. Texte und Bilder dienen meist nur als Referenzen, um die ganze Komplexität abzubilden. Sie sind eine Recherche für eine Recherche, wie Perjovschi sagt. Sie sind ein sisyphistischer Versuch sich Wissen anzueignen. Beim Betrachten changiert man zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen und taucht in Perjovschi’s ständiges Ringen, die Welt – und in diesem Fall Dada – zu verstehen und zu ordnen, ein. Mit Richter kann man auf die Timelines bezogen sagen: „Dada hat die Konfusion geerntet, die es gesät hat.“
Die Timelines klären nicht auf sondern erzeugen eine Komplexität, die es ganz im Sinne von Dada auszuhalten gilt. Richter spricht von Kontingenz: „Tatsächlich aber ist diese Vorstellung der „Einheit von Gegensatzpaaren“, die sogenannte „Kontingenz“, von altersher bekannt. … Die Erkenntnis, dass Vernunft und Anti-Vernunft, Sinn und Un-Sinn, Plan und Zufall, Bewusstsein und Un-Bewusstsein zusammengehören und notwendige Teile eines Ganzen darstellen, darin eben hatte Dada seinen Schwerpunkt.“

Lernen von Dada
Die sechsmonatige Ausstellung im Cabaret Voltaire ist weniger eine Präsentation eines Endproduktes sondern vielmehr eine Art Zwischenbilanz in der Vorbereitung von Dada 2016. Nach gut vier Jahren von Ausstellungen mit sehr spezifischen Themen innerhalb Dada wird mit Dada Vermächtnis / Anti-Kunst das Feld wieder neu ausgesteckt und die ganze Vielfalt und Komplexität von Dada eröffnet. Es ist gleichsam eine Aufforderung von Lia Perjovschi an das Cabaret Voltaire der Frage nachzugehen, was man von Dada lernen kann.

Pressetext (engl.)

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