FdA-IFA, Sonderausgabe Gai Dào N°6 — Postmoderne – Veganismus – Anarchismus Von: Bernd-Udo Rinas

Im Jahr 2009/10 konnte mensch in der graswurzelrevolution (GWR) eine Diskussion verfolgen, die aus meiner Sicht deshalb so interessant war, weil sie quasi seitenverkehrt – und damit genau richtig – geführt wurde: ein veganes Thema in einer anarchistischen Zeitschrift! —- Es hat zudem noch dadurch eine besondere Bedeutung, weil in dieser Diskussion eine Modernisierungsnotwendigkeit des Anarchismus sehr deutlich wurde, vor der sich “der Anarchismus” bisher eher gedrückt hat. Und so möchte ich nun auch “seitenverkehrt” meine Überlegungen zu diesem Thema anbieten. —- In den GWR-Ausgaben 336 und folgende (ab Februar 2009) gab es neben einem Artikel eine Erwiderung und etliche Leser_innenbriefe, die zeigen, dass sich innerhalb der anarchistischen Bewegung auch mit dem Thema Veganismus beschäftigt wird.

Das ist ja auch schon mal was, aber leider wird sich viel zu wenig mit neuen
theoretischen Ansatzpunkten beschäftigt. Die Reaktionen haben mich dazu ange-
regt, im Folgenden meine Thesen noch einmal darzustellen, mit der
sich der Anarchismus, also die sich anarchistisch nennenden Men-
schen (die Fleischessenden ebenso wie die Nicht-Fleischessenden), be-
schäftigen könnten/müssten. Mensch könnte/müsste es deshalb tun,
weil sie dem Anarchismus damit die Chance geben, als (alte) Theorie
auch in der Postmoderne(1) eine Bedeutung zu behalten.

Im Folgenden möchte ich also erst einmal meinen Ausgangspunkt
zum Besten geben. Er lautet: Der Veganismus ist eng mit postmo-
dernen Tendenzen verbunden. Die Entstehung und Entwicklung des
Veganismus wurde durch die Postmoderne wesentlich begünstigt
und kann damit den durch eben diese Postmoderne unbedeutender
gewordenen Anarchismus mit neuen Impulsen versehen.

These 1: Eine wesentliche und zu Beginn zu formulierende These be-
sagt, dass die Theorie des Anarchismus eine Entwicklungsgeschichte
hinter sich hat, in der sie sich neben den Großtheorien des Liberalis-
mus, Sozialismus, Marxismus und Kapitalismus behaupten musste.
Bei allen großen Leittheorien liegt der Ursprung in der Aufklärung,
die in der beginnenden Moderne ihre jeweiligen Eigendynamiken
entwickelten. Somit bezeichne ich den Anarchismus als ein Kind der
Aufklärung, der von genau dessen Grundzügen geprägt ist und die
historische Wurzeln damit ebenfalls eng mit den Idealen der Auf-
klärung verbunden sind. Damit hat der Anarchismus eine eindeutig
anthropozentrische(2) Grundhaltung und diese ist bei vielen seiner
Theoretiker*innen auch heute noch deutlich zu erkennen. Somit
könnte diese Theorie des Anarchismus eigentlich keine Grundlage
für vegan lebende Menschen sein.

These 2: Weiterhin behaupte ich, dass die Moderne als eine zeitge-
schichtliche Epoche im 20. Jahrhundert im Wesentlichen an ihr Ende
gekommen ist und ihre ursprüngliche Entwicklungsdynamik verlo-
ren hat. Viele Bedeutungsmuster aus der Aufklärung und der Moder-
ne haben in unserer Zeit ihre Legitimation und damit Relevanz ver-
loren. In diesem Bedeutungsverlust sehe ich ebenfalls den deutlichen
Bedeutungsverlust des traditionellen Anarchismus begründet.

These 3: Dies bedeutet, dass der traditionelle Anarchismus den
Anforderungen einer postmodernen Gesellschaft nicht gewachsen
scheint bzw. sich bisher dieser Postmoderne nicht in der notwendi-
gen Weise gestellt hat. Folgerichtig muss ein Zusammenhang zwi-
schen Anarchismus, Postmoderne und Veganismus konstruiert und
dabei berücksichtigt werden, dass die Postmoderne nicht als völlig
neue, abgekoppelte Epoche zu verstehen ist. Es wird von einer sicht-
baren Verbindungslinie zwischen beiden ausgegangen (ganz nach W.
Welsch), auf welcher sich (auch) der Anarchismus befindet. Dies fol-
gerichtig zu konstruieren, ist nur durch die Darstellung einer durch-
gehenden Verbindungslinie zwischen Moderne und Postmoderne
möglich.

Oscar Lubin schreibt dazu deutlich: “Die Angst, mit der Vorsilbe
“Post” alle Errungenschaften des sich daran Anschließenden für end-
gültig vorüber und die damit verbundenen Ansprüche für überholt
zu erklären, hatte auch schon die Debatte um die Postmoderne ge-
prägt. Allerdings verweist der Präfix, ähnlich wie bei postmoderner
Philosophie oder postkolonialer Kritik, keinesfalls auf ein für alle
mal Vergangenes. Es geht um Revisionen, Erneuerungen, um Brüche,
aber auch um Kontinuitäten.” (Oskar Lubin, GWR 318)

Es geht tatsächlich um Brüche und um Revisionen, denn neben den
Niederlagen in kriegerischen Konflikten (z. B. spanischer Bürger-
krieg) sehe ich in dem krampfhaften Festhalten an alten Theorien
alter Theoretiker*innen eine der Hauptgründe für die abnehmende
Bedeutung des Anarchismus in der von mir bezeichneten postmoder-
nen Zeit. Mit einer Theorie, die aus einer anderen zeitgeschichtlichen
Epoche stammt, können keine Verknüpfungen mit heutigen Theorien
und Praxen (also mit Lebenswelten von z. B. Jugendlichen) hergestellt
werden.

These 4: Deshalb gibt es die These, dass der traditionelle Anarchis-
mus in der Gefahr steht, ein historisches Produkt zu werden, eben
weil mit seiner alten Theorie keine neuen Verknüpfungen geschaffen
werden können. Wie sollte denn der geschlechtsspezifische Diskurs
in eine Theorie Kropotkins der “Gegenseitige Hilfe im Menschen-
und Tierreich” eingebaut werden können, wenn an seinen Begriff-
lichkeiten in ursprünglicher Form festgehalten wird? Genau weil
sich die anarchistischen Theoretiker*innen und Aktivist*innen der
1970er, 1980er und 1990er Jahre auf ihre theoretische Herkunft fixier-
ten und nicht auf ihre Zukunft, ging die soziale Basis des Anarchis-
mus verloren.

These 5: Dass sich die Gesellschaft, die ganze Welt verändert
(hat), scheint bis vor einiger Zeit an vielen Anarchist*innen vorbei
gegangen zu sein. Einen postmodernen Anschluss hat es bei ihnen
auf jeden Fall nicht, oder nur vereinzelt gegeben (Mümken, Kastner
in Deutschland). Dass sich auch die Art und Weise der sozialen Be-
wegungen verändert hat, auch die Inhalte und Begriffl ichkeiten, das
wurde bisher mehr oder weniger übersehen.

These 6: Und so kann darauf folgend eine Forderung lauten, dass
der theoretische Stillstand überwunden werden muss, um in einer
postmodernen, globalisierten Welt anarchistische Antworten geben,
Trends setzen und Impulse geben zu können. Kurz gesagt: Um wieder
Anschluss an die Basis zu erhalten. Dazu gehört zuallererst einmal
die Erkenntnis, dass zeitgemäße Antworten nur dann gegeben wer-
den können, wenn der eigene Standpunkt zeitgemäß (postmodern)
selber hinterfragt wird. Eine anarchistische Gesellschaftskritik kann
also nur dann zeitgemäß sein, wenn sie die Postmoderne akzeptiert
und die eigenen theoretischen Standpunkte einem postmodernen
Update unterzieht.

Wenn mensch dem bisherigen Vorgehen folgen möchte, dann ist es
naheliegend, dass nach neuen Methoden, neuen und unterschiedli-
chen Praxen gesucht werden muss, mit der (postmodern) der eige-
ne Standpunkt hinterfragt werden kann. Diese Hinterfragung kann
mit Hilfe der Dekonstruktion geschehen und damit wird (z. B. bei
Mümken) eine neue Praxis für den Anarchismus eingeführt. Dekon-
struktion ist dabei nicht als Methode zu verstehen, sondern als eine
Praxis, die sich auf ein bestimmtes Thema bezieht (siehe Mümken).
Dekonstruktion versucht, das “Mitgesagte”, das “Nichtgesagte” her-
auszufiltern, also alles, was nicht behauptet, nicht gesagt und ausge-
lassen wurde, aber eben doch mitgedacht wurde. Gab es bisher These
und Antithese, aus der die Synthese erschaffen wurde, so versucht
die Dekonstruktion völlig neue Ebenen und Perspektiven zu erar-
beiten. Perspektiven, die zudem noch in einem Konflikt zueinander
stehen können und durch die Dekonstruktion sichtbar werden. Ganz
praktisch gesehen bedeutet Dekonstruktion, dass z. B. ein Begriff
und dessen Entstehungsgeschichte hinterfragt wird, aber auch hin-
terfragt wird, was der jeweilige Nutzer dieses Begriffes damit verbin-
det, um auch dieses sichtbar zu machen. Aber auch die Grenzen der
Begriffe, wie sie früher einmal existierten und sich im Laufe der Ge-
schichte in einen Begriff hineingeschlichen haben, spielen eine Rolle.

Dekonstruktion ist also immer Hinterfragung und Be-Fragung des
Ursprunges, der Grundlage des Begriffes, der sich im Laufe der Zeit
durchgesetzt und als selbstverständlich eingeführt hat.

These 7: Dies kann als neue anarchistische Praxis am Beispiel der
veganen Bewegung nachvollzogen werden. Der Veganismus zeigt
sehr genau, wie anarchistische (theoretische und praktische) Stand-
punkte hinterfragt werden können und wo die Revisionsmöglich-
keiten liegen. Eine anarchistische Theorie, die den aufklärerischen
Gedanken des Anthropozentrismus beibehält, kann keine neuen
Antworten geben. Deshalb vollzieht sich durch den Veganismus der
notwendige Umbruch der anarchistischen Theorie, dessen Ausgangs-
punkt demnach heute nur ein nicht-anthropozentrischer Ansatz sein
kann.

Dies kann an einzelnen Begriffen deutlich gemacht werden, wie z. B.
am Begriff der Solidarität, der Freiheit, der gegenseitigen Hilfe etc. In
einer neuen, dekonstruierten Form der Solidarität führt der Begriff
zwangsläufig zu einer Offenheit für andere Lebewesen und zu neuen
Verantwortlichkeiten.

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Postmoderne – Veganismus – Anarchismus
06.12. Augustastraße 58, 58452 Witt en, Trotz Allem
Einlass: 19.00 Uhr Beginn: 20.00 Uhr
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Auf nichts anderes möchte auch dieser Artikel hinweisen, denn es
können Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Postmoderne, Anar-
chismus und Veganismus geschaffen werden. Richard Day, ein ka-
nadischer Soziologe und politischer Philosoph, differenziert die Aus-
sagen zu den neuen Verknüpfungspunkten und Möglichkeiten am
Beispiel einer neuen Form und Interpretation des Begriffes der Soli-
darität. Day sieht eine neue Form der Solidarität entstehen, die eben
nicht mehr vergleichbares Leid (oder Ausbeutung, Unterdrückung,
soziale Herkunft, etc.) zur Grundlage hat. Diese neue Solidarität hat
ihre Grundlage in der Einsicht, dass es einen Zusammenhang zwi-
schen den eigenen Privilegien und der Unterdrückung anderer gibt.
Das bedeutet, dass “der Andere” (und auch das Tier) nun von dieser
Solidarität partizipiert und damit Verantwortlichkeiten anders zu re-
geln und auf diese “Anderen” zu übertragen sind. Für Veganer besteht
die Notwendigkeit, Solidarität nicht unbedingt auf der Grundlage ei-
gener Unterdrückungserfahrungen zu üben, sondern auf der Grund-
lage der Erkenntnis, durch eigene Privilegien (sich z. B. Tiere halten
und schlachten zu können) andere (Lebewesen) zu unterdrücken. In
der Offenheit für den Anderen (hier also für das Tier) kann sich eine
neue Form der Verantwortlichkeit und Solidarität entwickeln. Ein
“alter”, auch anarchistisch genutzter Grundbegriff wird damit in-
haltlich weiterentwickelt und kann damit in der Postmoderne weiter
genutzt werden.

Veganer*innen wollen, ebenso wie Anarchist*innen, eine herr-
schaftsfreie Gesellschaft. Sie wollen keine Unterdrückungsverhält-
nisse unterstützen und sie erkennen in dem Verzehr von Tierfleisch
und in der Nutzung von Tierprodukten ein Privileg, das sie ablegen
wollen. Mit der Erkenntnis, dass ein persönliches Privileg (Fleisch
essen) mit der Unterdrückung anderer (Tiere) zusammenhängt, kann
eine anarchistische Theorie nicht-anthropozentrisch ausgerichtet
werden. Denn dann kann auch Tieren gegenüber Solidarität gezeigt,
Herrschaftsstrukturen abgebaut und Freiheitsaspekte entwickelt
werden, die bisher in dieser Form in der traditionellen anarchisti-
schen Theorie nicht möglich waren.

Der Begriff “Solidarität” hat damit die bisherige Verortung (in der So-
zialdemokratie, im Anarchismus, im Arbeitermilieu) verlassen und
ist nun nicht mehr nur ein Begriff aus der Arbeiterbewegung oder der
anarchistischen Bewegung. Er kann ebenso genutzt werden, wenn es
um die Solidarität mit Tieren geht. Genau diesen Vorgang meint die-
ser eigentlich so theoretisch festgelegte Begriff der Dekonstruktion.
Damit werden Verknüpfungen hergestellt, mit denen viele Jugendli-
che ihren veganen, lebensweltlichen und nicht-anthropozentrischen
Ansatz an eine anarchistische Theorie andocken können. Durch die-
se postmodernen Erweiterungen können sie die (ursprünglich an-
thropozentrische) anarchistische Theorie erweitern und sie für sich
nutzbar machen und ihren Lebensalltag damit anarchistisch gestal-
ten. Dies zeigt nur an einem Punkt, wie eine anarchistische Theorie
auch nicht-anthropozentrisch ausgerichtet sein kann und welche in-
haltlichen Veränderungen sich für den ansonsten gleich
gebliebenenBegriff (hier: Solidarität) haben.

Im Vordergrund der veganen Bewegung steht dementsprechend erst
einmal das Handeln! Es ist ein Handeln, dass sich gegen Schlacht-
höfe, Tierversuche, Tierhaltung, Jäger und die Lebensmittelindustrie
richtet. “Es ist zweifellos wichtig zu handeln, präziser: dagegen, ge-
gen den Speziesismus zu handeln. Allerdings trägt nicht jede Hand-
lung ,für die Tiere’ – so gut wie sie auch gemeint – dazu
bei, das speziesistische Herrschaftsverhältnis zu destabilisieren und
letzten aufzulösen.” (Rogausch in Witt-Stahl 2007: 40 344)

Eine Handlung muss aber eingebettet sein in einen politischen An-
spruch und in eine gesellschaftspolitische Perspektive, wenn sie
gesamtgesellschaftliche Bedeutung erlangen will. Dieser politische
Anspruch, diese gesellschaftspolitische Perspektive kann mit der
Theorie des Anarchismus verbunden werdenunter: und so davor schützen,
entweder nur handlungsgeleitet oder nur theoriegeleitet zu sein. Der
politiktheoretische Aspekt des Veganismus zeigt, dass es nicht nur
darum gehen kann, auf der einen Seite der “guten” (tierliebenden) zu
stehen, während auf der anderen Seite die “bösen” (fleischessenden)
Menschen stehen. Sich für Tierrechte und fürden die Befreiung der Tiere
einzusetzen, bedeutet “an sich” noch nicht allzu viel.

“Eine antispeziesistische politische Kritik muss über die Ebene des
,Für’ oder ,Gegen’ (auch über die Kategorie ,Gut’ oder ,Böse’) hin-
ausgehen und ein Verständnis der Realität herstellen, das sich der
ideologischen Wahrnehmung entgegenstellt – dazu gehört auch die
Auffassung, dass es eine klare Front im ,Krieg gegen Tierausbeutung’
gibt. Es bedarf einer kritischen Theorie, die sich nicht auf ein versim-
plifizierendes Freund-Feind-Schema zurückzieht, sondern vielmehr
Speziesismus als eine sich nicht im sozialen Vakuum befindende
Ideologie begreift.” (Rogausch in Witt-Stahl 2007: 370) Auch Veganer
sind von allen gesellschaftlichen Bedingungen betroffen und auch sie
reproduzieren Machtverhältnisse, sind von diesen betroffen und kön-
nen diesen nicht nur dadurch entfliehen, dass sie sich auf die Seite der
,guten’ (also vegan lebenden) Menschen stellen. Auch Veganer*innen
müssen sich in ihren eigenen Zusammenhängen, die eben nicht vaku-
umisiert sind, kritisch hinterfragen und ihren Lebensstil überprüfen.

In diesem Sinne soll zum Schluss noch mal auf ein Zitat von R. Grone-
meyers hingewiesen werden. Was (nicht nur) in der GWR passierte,
ist ein nachträgliches Reflektieren über ein schon längst wirksames
Ethos, anhand eines um den Unity-of-Oppression-Ansatzes erweiter-
ten Anarchismus, der somit als “… ein Äquivalent zum (um z.B. Tier-
rechte) erweiterten anarchistischen Ansatzes, … .” (TAN-Reader 1993:
71) angesehen werden kann.

Verwendete Literatur:

Jens Kastner: Politik und Postmoderne
Wolfgang Welsch: Unsere postmoderne Moderne
Zygmunt Bauman: Unbehagen in der Postmoderne
Jürgen Mümken (Hrsg.): Anarchismus in der Postmoderne
Roger Behrens: Postmoderne
Franz Neumann: Politische Ethik
Drechsler/Hilligen/Neumann: Lexikon Gesellschaft und Staat
W. Breyvogel: Eine Einführung in die Jugendkulturen
S. Witt-Stahl
G. Kuhn: Jenseits von Staat und Individuum

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