Böll-Stiftung: Aktion nach weiterer Gesprächsblockade

 

Am 18. Januar fand in Berlin die Demo gegen die Agrarindustrie statt. Im Nachgang hatte die HBS zum gemeinsamen Suppeessen mit Diskussionsmöglichkeit geladen. Einige Aktivistinnen der FAU Berlin nutzten diese Möglichkeit, um die Menschen auf die schlechten Arbeitsbedingungen in der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) aufmerksam zu machen und über das gewerkschaftsfeindliche Verhalten der HBS Geschäftsführung zu informieren. Von dem Infomaterial blieb nichts übrig. Die überraschten Reaktionen („So etwas passiert hier?“) verdeutlichten erneut, dass die Stiftung einen Ruf genießt, dem sie nicht gerecht wird – ein Umstand, über den die FAU Berlin an diesem Tag erneut aufklären konnte. Denn noch immer weigert sich die HBS, mit der FAU Berlin in Verhandlungen zu treten, obwohl diese als im Betrieb vertretene Gewerkschaft aktiv in den Konflikt eingreift und auf ihr Recht besteht, ihre Mitglieder vertreten zu können.

     Just wenige Tage zuvor hatte die Gewerkschaft diesen Anspruch geltend gemacht. Sie forderte die HBS auf, die Arbeitszeiten für eines ihrer Mitglieder, welches aktuell zu absurden Bedingungen in einer Außenstelle beschäftigt wird, umzulegen. Die Stiftung verstößt mit den derzeitigen Arbeitszeiten des FAU-Mitglieds gegen hausinterne Gleitzeitregelungen.

Doch aus der Personalabteilung ließ man nur verlauten, dass auch weiterhin sämtliche Kommunikation über Anwälte laufen wird und der FAU damit ihr Vertretungsrecht abgesprochen wird – selbst wenn es, wie in diesem Fall um simpelste Arbeitsangelegenheiten geht, bei denen die Stiftung gegen ihre eigene Bestimmungen handelt. Das ist grotesk, wenn man bedenkt, dass sich die Stiftung in ihrem Jahresbericht von 2012 als „attraktiven Arbeitgeber“ rühmt, der „selbstbestimmtes Gestalten der Arbeit“ ermögliche und dessen Geschäftsführung einen „partizipativen“ Führungsstil als Grundsatz pflege. Wie im Verlauf der letzten Monate festgestellt werden konnte: Ein Lippenbekenntnis, welches nicht zuletzt für das technische Personal kaum realen Wert hat.

Nach gut informierten Quellen versucht die Geschäftsführung der HBS derzeit die FAU Berlin mit weiteren Schritten aus dem Betrieb fernzuhalten. Die Chefetage ließ dazu wohl ein anwaltliches Gutachten erstellen, das es dem Betriebsrat ermöglichen soll, die kämpferische Gewerkschaft von der Betriebsversammlung fernzuhalten. Wenn dies stimmen sollte, wäre dies eine weitere Eskalation, welche die gewerkschaftsfeindliche Haltung der Geschäftsführung zum Ausdruck bringt. Eine Einladung des Betriebsrates zur Betriebsversammlung am 21. Januar stand bis zuletzt aus.

FAU

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