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Ohne Gesicht

Posted in Deutschsprachige Artikel with tags , , , on 19/04/2009 by Karakök

konstantinafoto Konstantina Kouneva ist eine bulgarische Immigrantin, die in Griechenland als Reinigungskraft für die Firma “OIKOMET” arbeitete und zugleich auch Sekretärin DER Gewerkschaft war, in der diejenigen Frauen organisiert sind, die in Athen der gleichen Tätigkeit nachgingen. Sie befand sich in permanentem Kampf gegen die Ausbeutung ihrer Kolleginnen und Kollegen und ihrer selbst, einem Kampf für Würde. Und dies führte zu einem brutalen Angriff auf sie.

Am 23. Dezember 2008 erteilten Männer im Auftrag von Konstantinas Arbeitgebern ihr eine “Lektion”: Sie spritzten ihr Säure ins Gesicht und zwangen sie dazu, es auch zu trinken. Dadurch verlor Konstantina eines ihrer Augen, erlitt weitere schwere Verletzungen im Gesicht, in Lunge und Magen. Sie musste mehrere Wochen in der Intensivstation eines Spitals verbringen. Und trotz alledem liess sie sich nicht entmutigen!

 

Der Angriff auf Konstantina war nicht bloss ein Mordversuch. Es war eine Botschaft ihrer Arbeitgeber an alle Frauen, die all die unzähligen Fälle von Erpressung und Drohung aufzudecken versuchten, all die Fälle, in denen Menschen dazu gezwungen wurden, ohne Versicherung und für lächerliche Beträge zu arbeiten, um den Arbeitgebern riesige Profite einzubringen – und dies natürlich gedeckt und geschützt durch den Staat. Der Angriff war ein Versuch, die Frauen, die gegen die Welt der Bosse kämpfen, zu entwürdigen und zu verschandeln. Ein Versuch diejenigen, die wie Konstantina denken, zur Vernunft zu bringen.

Konstantina Kouneva kämpfte und verhielt sich also nicht so, wie es sich für eine weibliche Immigrantin gehört, die dazu da ist, unter beschissensten Bedingungen zu arbeiten, die Diskriminierungen, Demütigungen, Rassismus und sexuellen Missbrauch akzeptieren müssen, weil ihnen andernfalls die Ausschaffung droht oder die erpresst werden, wenn sie versuchen, eine Aufenthaltsbewilligung zu erhalten oder eine Arbeitsversicherung. Konstantina kämpfte für ihre Würde und die Würde ihrer Kolleginnen in diesem Frauenjob, der eben deshalb keinen Wert hat, weil er ein Frauenjob ist. Sie bezahlte ihren Kampf beinahe mit ihrem Leben.

Der Angriff auf Konstantina zielte darauf ab, all die Frauen einzuschüchtern, die ausbrechen und kämpfen möchten gegen die ihnen gegebenen Rollen und die Unterdrückung ihres Geschlechts. Als Immigrantin war sie das verletzlichste Ziel überhaupt.

 

Diejenigen, die sie angegriffen haben, sollen wissen, dass dieser Angriff an allen von uns Spuren hinterliess!

 

Im Kampf gegen diese Welt ist Konstantina nicht alleine – keine Frau ist alleine!

 

@morph