03- Über die Atomenergie

1978 wurde in Österreich das Atomkraftwerk der Siemens durch einen Volksentscheid geschlossen. 1987 geschah dasselbe in Italien. In Japan lehnten 60% des Stimmvolks den Bau neuer AKW’s ab, so dass die Regierung das Areal, das sie für den Bau zur Verfügung gestellt hatte, zurückzog. In Schweden wurde ein entsprechender Entscheid 1997 vollzogen. Deutschland hat 1998 die Pläne für ein neues AKW auf Willen der Bevölkerung verworfen. In Frankreich wurden 1997, in China dieses Jahr Pläne für neue AKW’s gestoppt. Auch in der Schweiz sprachen sich letztes Jahr über 60% der Bevölkerung gegen den Bau neuer AKW’s. Die Volksabstimmungen sprechen eine deutliche Sprache. Sie sind ein Zeichen dafür, dass Atomenergie nicht vom Volk, sondern von den Kapitalinhabern, den Grosskonzernen und der Atomlobby gewollt ist.

Was machen diese nun aber, wenn das Volk keine Kernkraftwerke im eigenen Land wünscht? Ganz einfach: der Bau neuer Reaktoren oder deren Atommüll wird einfach in andere Länder verlegt. So wurden beispielsweise vor einigen Jahren hinter vorgehaltener Hand gewöhnliche Fässer an die Dorfbevölkerung der Schwarzmeerküste der Türkei verkauft. Dafür, dass diese -unter dem Tisch- die Fässer übernahmen und unter der Erde verscharrten, wurde ihnen ein kleiner Geldbetrag geboten, den die Bevölkerung in ihrer ökonomischen Not gerne akzeptierte.  Man erklärte ihnen weder, worum es sich bei den Fässern handelte, noch, was in ihnen enthalten war. Erst nachdem die Sache ans Tageslicht kam, weil die Bevölkerung zivilen Organisationen von der Begebenheit erzählte, wurde der Inhalt der Fässer untersucht und als radioaktiv identifiziert. Ein anderes Mal wurden Fischer eines anderen ostanatolischen Dorfes durch aufs Festland gespülte Fässer mit Atommüll überrascht. Auch im Istanbuler Stadtteil Tuzla wurden radioaktive Fässer an den Strand gespült. Die Urheber dieses Verbrechens waren ein weiteres Mal AKW-Inhaber und Stromlobby.

Die Konzerne propagieren heutzutage, dass Atomenergie weniger Risiken beinhaltet als etwa Autofahren, Rauchen oder Alkohol. Sie scheinen damit die Tschernobyls und Hiroshimas dieser Erde vergessen zu haben. Alle Lebewesen, die in der Umgebung dieser verseuchten Orte leben, leiden heute, Jahre später, immer noch an den Folgen der radioaktiven Strahlung. Die Situation der türkischen Schwarzmeerküste bietet hierzu ein anschauliches Beispiel, weil die Region sich nicht in unmittelbarer geographischer Nähe Tschernobyls befindet. Trotzdem waren die Auswirkungen der Tschernobyl-Katastrophe 1986 so groß gewesen, dass breite Teile der Bevölkerung stark darunter gelitten hatten und immer noch leiden. Nun haben sich die Krankheiten, Gebrechen und behindert geborenen Kinder in diesem Gebiet als Folge des Atommülls europäischer Länder ein weiteres Mal wiederholt.

Trotz allem wartet das Kapital mit neuen Atomprojekten auf und wird dies auch in Zukunft tun. Um uns von deren Richtigkeit zu überzeugen, behaupten AKW-Befürworter, dass wir Menschen auf Atomenergie angewiesen und Reaktoren gut für das Klima sind. Selbst wenn die Sicherheitsvorkehrungen so effektiv durchgesetzt würden, dass es keinen einzigen Unfall mehr gäbe (was äußerst unrealistisch ist): was soll mit den Uranabfällen geschehen? Wo und wie sollen sie gelagert werden? Fakt ist, dass das radioaktive Uran nach einer Endlagerung im Erdboden seine Strahlung (und somit Gefahr) für Tausende von Jahren beibehält! Wie können wir garantieren, dass die Abfälle 100, 200 und gar Tausende von Jahren keinen Schaden in der Umwelt anrichten? Wenn die Abfälle so ungefährlich sind, wie die Kapitalisten behaupten, warum werden sie dann an ärmere Länder verscharrt oder klammheimlich in die Ozeane geworfen?

Radioaktiver Abfall fällt zudem nicht erst in den Reaktoren, sondern bereits bei der Urangewinnung an. Aus 1 Tonne Uranerz als Rohstoff lässt sich nur 3.8 kg verwertbares Uran gewinnen. Der Rest bleibt als radioaktiver Müll übrig. Im Klartext heisst das: um die Menge von 370 Tonnen Uran zu gewinnen, welche die fünf Schweizer AKW’s jährlich benötigen, müssen 974‘000 Tonnen Uranerz aus den Reserven gewonnen werden. Die größten Uranerzreserven befinden sich in Amerika, Australien, Russland, Kanada sowie dem Niger. An den meisten Orten werden indigene Völker für die Gewinnung des Erzes aus den Minen beschäftigt und sind so tagtäglich radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Es ist gang und gäbe, dass sie dafür keinen Lohn erhalten – stattdessen dürfen sie Erz aus der Mine „kostenlos“ mit nach Hause nehmen, um es als Baumaterial zu verwenden. Die Häuser, die aus diesem Material errichtet werden, verstrahlen in und um sie lebende Menschen, so dass heute in jeder Minenarbeiterfamilie mindestens ein Krebsfall bekannt ist.

Man stelle sich die Menge an benötigtem Uranerz und die Ausbeutung von MinenarbeiterInnen für rund 440 Atomkraftwerke weltweit vor: 59 befinden sich in Frankreich, 103 in den USA, 7 in Belgien, 9 in Spanien, 11 in Schweden, 5 in der Schweiz und insgesamt 246 in weiteren Ländern. 24 neue AKW’s befinden sich in der Bauphase, 37 sind definitiv geplant und 51 vorgeschlagen.

Die Kosten für den Bau eines Reaktors betragen 2-2.5 Milliarden Euro,

die Außerbetriebnahme und der Abriss wiederum 400 Millionen Euro.

Die Industrie und das Kapital schließen zusammen, um ein konsumierendes Volk zu kreieren. Mit Mitteln wie Werbung schüren sie die Nachfrage nach den unsinnigsten Produkten, um aus ihrem Verkauf Profit zu schlagen. Unser künstlich erzeugtes Konsumbedürfnis benutzen sie dazu, uns Angst vor Verlusten zu machen: wir glauben, wir seien auf zusätzliche Atomenergie angewiesen, um unsere Bedürfnisse zu befriedigen und unseren Lebensstandard aufrechtzuerhalten. Fakt ist, dass unsere Welt reich ist an Sonnen-, Wind- oder geothermaler Energie. Hierzu ein Beispiel, das Bände spricht: Norwegen ist das Land mit dem weltweit höchsten Energieverbrauch – besitzt aber über kein einziges Kernkraftwerk. Strom wird fast ausschließlich durch Wasserkraft erzeugt.

Lasst uns nicht mehr länger Werkzeug der Manipulation und Lügen profitorientierter Kreise sein, lasst uns Stopp sagen zur Atomenergie, damit wir, künftige Generationen und alle Lebewesen, mit denen wir die Erde teilen, in einem gesunden Morgen leben können!

Karakök Autonome türkei/schweiz

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